Gemeinderatssitzung in Bad Erlach

Team Bürgermeisterin Bärbel Stockinger

Voranschlag 2026 beschlossen – Bahnunterführung vorerst gestoppt

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates der Marktgemeinde Bad Erlach standen der Voranschlag 2026 sowie die Zukunft des Projekts „Bahnunterführung Wiener Neustädter Straße“ im Mittelpunkt. Die Gemeindeführung präsentierte ein Budget, das konsequent auf Konsolidierung, finanzielle Stabilität und verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln ausgerichtet ist.

Bahnunterführung vorerst nicht realisierbar

Die geplante Bahnunterführung wird vorerst nicht weiterverfolgt. Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Kosten mittlerweile bei über 10 Millionen Euro liegen würden. Die komplexe geologische Situation mit hohem Grundwasserstand aufgrund der Nähe zur Schwarza sowie die notwendige und kostenintensive Verlegung zahlreicher Einbauten – darunter Wasser- und Stromleitungen, Fernwärme, Glasfaser- und andere Versorgungseinrichtungen – lassen weitere erhebliche Kostensteigerungen erwarten.

Bürgermeisterin Bärbel Stockinger betont:

„Die knappen finanziellen Mittel bei Bund, Land und Gemeinden machen das Projekt Bahnunterführung Wiener Neustädter Straße derzeit nicht durchführbar – und das, obwohl Bad Erlach zu den finanzstärksten Gemeinden Niederösterreichs zählt. Wir haben vereinbart, in einigen Jahren erneut Projektgespräche aufzunehmen, in der Hoffnung, dass sich die budgetäre Situation bis dahin verbessert. Sollte eine Unterführung möglich sein, wird jedenfalls frühzeitig die Bevölkerung informiert und in die Entscheidung über eine Umsetzung mit eingebunden!“

Mit dieser Entscheidung werden zusätzliche Kreditaufnahmen, langfristige Fixkosten und ein erhöhtes finanzielles Risiko für die Gemeinde vermieden.

Voranschlag 2026: Konsolidierung mit klaren Prioritäten

Der Voranschlag 2026 ist das Ergebnis intensiver Budgetarbeit der vergangenen Monate. Sinkende Einnahmen, insbesondere bei Zuschüssen von Bund und Land, machen eine besonders sorgfältige Budgetführung notwendig. „Die österreichweiten Sparmaßnahmen machen sich auch in den Gemeindefinanzen deutlich bemerkbar“, so Stockinger.

Alle laufenden Ausgaben wurden systematisch überprüft und, wo möglich, reduziert. Investitionen wurden kritisch hinterfragt, zeitlich priorisiert und an die realistischen finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde angepasst. Der eingeschlagene Kurs wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Das Ergebnis: ein positiver Finanzierungssaldo und erstmals seit Jahren Spielraum für die Bildung von Rücklagen, die künftige Infrastrukturvorhaben absichern sollen.

Schuldenstand auf historischem Tiefstand

Ein zentrales Ergebnis der nachhaltigen Finanzpolitik ist die Entwicklung der Pro-Kopf-Verschuldung:

  • 2022: 1.241,07 €
  • 2023: 962,90 €
  • 2024: 1.288,21 €
  • 2025: 927,47 €
  • 2026 (Voranschlag): 722,54 €

Soziale Ausgewogenheit und Unterstützung der Vereine

Trotz strenger Ausgabendisziplin wurde darauf geachtet, das Budget sozial ausgewogen zu gestalten. Der Heizkostenzuschuss für Bad Erlacher Mindestpensionistinnen und -pensionisten bleibt ebenso aufrecht wie die gemeinsame Weihnachtsfeier von Seniorenbund und Pensionistenverband. Auch die örtlichen Vereine werden weiterhin ohne Kürzungen unterstützt. „Während andere Gemeinden Subventionen für Vereine teils stark reduzieren oder streichen mussten, gelingt es uns in Bad Erlach, die Vereinsförderungen unverändert aufrechtzuerhalten. Unsere Vereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu einer lebendigen und funktionierenden Ortsgemeinschaft“, so Bürgermeisterin Stockinger.

20.12.2025 10:00

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